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MARKT- UND MESSEBERICHTE


--- Markt ---

Trotz Finanzkrise rechnet Solarindustrie mit Wachstum

Während des 9. Forums Solarpraxis diskutierten Experten der Solarbranche in Berlin über die Entwicklung
des deutschen Photovoltaikmarktes. Das Fazit der Fachleute war: Die Finanzkrise wird keine wesentlichen
Auswirkungen auf die hiesige Branche haben. Dafür gibt es aber andere Faktoren, wie zum Beispiel die
EEG-Novelle, die zumindest für den Großkraftwerksmarkt ungünstige Prognosen erwarten lassen.


Einen allgemeinen Überblick über die aktuelle Marktlage in Deutschland gab der Verbandsgeschäftsführer des Bundes-
verbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar), Carsten Körnig. Was den Branchenumsatz anbelangt, so rechnet der Verband
mit einer Erhöhung von derzeit 8 Milliarden auf rund 11 Milliarden Euro in 2010. Rückblickend könne man sagen, dass
sich die Branchenumsätze seit 2003 verzehnfacht hätten und die Solarindustrie hierzulande mittlerweile umsatzstärker
sei als die Biotechnologie. Dementsprechend erwartet der BSW-Solar auch einen Zuwachs an Arbeitsplätzen. Während
2008 die Beschäftigtenzahl bei 48.000 liegt, sei für 2010 mit einer Erhöhung auf 55.800 Arbeitsplätze zu rechnen.

Die Finanzkrise sei für einen hohen Anteil der BSW-Mitglieder kein vordergründiges Problem. Sie rangiere in der Branche
im Verhältnis zu anderen Geschäftsrisiken erst an fünfter Stelle. 68 Prozent der Firmen erwarteten keine deutlich negativen
Einflüsse auf die Solartechniknachfrage. Zukünftige Herausforderungen für die Branche bestehen, aus Körnigs Sicht, unter
anderem darin, Fachkräfte zu gewinnen und die Technologieführerschaft weiter auszubauen.

Eine ähnliche Markteinschätzung wie Carsten Körnig hatte der Direktor der KfW Bankengruppe, Christof Stein. Außerdem
wies er auch darauf hin, dass sich bei der Finanzierung der Solartechnik hinsichtlich der KfW- und ERP-Umweltförderung
im kommenden Jahr einige Änderungen ergeben werden. So solle die Transparenz der gewerblichen Umwelt- und Klima-
schutzförderung erhöht werden. Zudem wolle man das Laufzeitangebot für Kredite erweitern und eine Umstellung auf vier-
teljährliche Tilgungsraten vornehmen.

Der Vorstandsvorsitzende der Phoenix Solar AG, Andreas Hänel bot indes eine recht differenzierte Analyse der Markt-
situation. Durch die Finanzkrise haben sich, so Hänel, erhöhte Anforderungen an Eigenkapitalquoten ergeben. Zudem
seien die Refinanzierungsbedingungen schlechter geworden und die Finanzierungszusagen der Banken zögen sich in
die Länge. Dennoch sei das Interesse der Investoren an Photovoltaikgroßprojekten nach wie vor hoch. Allerdings gebe
es einige Faktoren, die sich ungünstig auf die Entwicklung des Großkraftwerkmarktes auswirken könnten.

So sei auf Grund der EEG-Novelle, die für 2009 eine Reduzierung der Einspeisevergütung für Solaranlagen vorsieht,
die wirtschaftliche Realisierung von großen Dach- und Freiflächenanlagen nur noch in Süddeutschland in Gebieten
mit hoher Sonneneinstrahlung sinnvoll. Auch sei die erwartete Preissenkung bei der Herstellung kristalliner Solar-
module zu gering, um große Freiflächenanlagen in Deutschland damit kostendeckend errichten zu können. Im Hin-
blick auf kleinere und mittlere Analgen (1-100 KW) sei die Preisreduzierung hingegen sicherlich ausreichend, so
dass für dieses Marktsegment mit einem Wachstum zu rechnen sei. Für das kommende Jahr prognostizierte
Hänel, dass zwar weniger Großkraftwerke ans Netz gehen werden. Da deren Anteil jedoch an den in Deutschland
installierten Photovoltaikanlagen weniger als 10 Prozent betrage, könne sich hinsichtlich des Gesamtmarktes
nichtsdestotrotz ein Wachstum von 30 Prozent ergeben.

world-of-photonics.net

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