Optimierung der Projektförderung beschleunigt Innovationskraft der Hightech-Industrie
Nach Ansicht des Branchenverbands für Optische Technologien, SPECTARIS, kann mit der Optimierung der
staatlichen Projektförderung die Innovationskraft der mittelständischen Unternehmen in Deutschland besch-
leunigt werden. „Die Projektförderung hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass deutsche Unter-
nehmen in vielen Bereichen weltweit führend und das wir Exportweltmeister sind“, sagte SPECTARIS-Ge-
schäftsführer Sven Behrens anlässlich der Vorstellung einer Studie von DIW econ, dem Consulting-Unter-
nehmen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zur Forschungsförderung in Jena.
Als Beispiel nannte er die Optischen Technologien. Gleichzeitig warnte Behrens davor, dass die geplante
Ausweitung der steuerlichen Forschungsförderung zu Lasten der Projektförderung gehen könnte: „Dann
überwiegt die Gefahr von Mitnahmeeffekten und der Zerstörung einer bisher erfolgreichen Netzwerk-
struktur von Firmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen zugunsten einer Gießkannenförderung.“
Im Auftrag von SPECTARIS hat DIW econ ein Verfahren entwickelt, mit dem förderfähige Zukunftsbranchen
und –technologien auf Basis objektiv messbarer, ökonomischer Erfolgskennzahlen identifiziert werden können.
Damit liege ein konkreter Lösungsvorschlag zu den bisher größten Schwächen der Projektforschung auf dem
Tisch: Die Subjektivität bei der Auswahl der zu fördernden Technologiefelder und die Transparenz des Entschei-
dungsprozesses. „Die Studie zeigt aber, wie das Verfahren objektiver und besser nachvollziehbar gestaltet werden
kann“, unterstrich Behrens. Mit einer so optimierten Projektförderung werde man das Ziel der Stärkung der Inno-
vationskraft des Mittelstandes eher erreichen als mit der steuerlichen Forschungsförderung.
Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen sei die Projektförderung besonders interessant, weil ihnen
die durch die Förderung entstehenden Netzwerke Möglichkeiten bei der Forschung und Entwicklung, aber auch
der Vermarktung der Produkte eröffneten, die ihnen ohne diese Partnerschaften nicht zur Verfügung stünden.
Behrens verwies auf die bisherigen Erfolge der Projektforschung, die den Wissensstand in zentralen Hochtech-
nologiebereichen vorantreiben. Vorrang haben dabei Forschungsverbünde zwischen wissenschaftlichen Einrich-
tungen und Unternehmen. Oftmals seien gerade kleine und mittelständische Unternehmen nicht in der Lage, ihre
innovativen Ideen alleine technisch oder wirtschaftlich erfolgreich umzusetzen. So seien viele Forschungsprojekte
die Wurzel für spätere Kooperationen oder erfolgreiche Gemeinschaftsunternehmen. Auch dank der erfolgreichen
Projektförderung konnten etwa die Optischen Technologien Industrie in den vergangenen Jahren deutliche Zu-
wächse beim Umsatz und der Beschäftigtenzahl verzeichnen.
Auch Dr. Michael Mertin, Vorstandsvorsitzender der JENOPTIK AG und SPECTARIS-Vorstandsmitglied setzt
auf die Projektförderung, wie das Beispiel CoOPTICS in Jena zeigt. Effizient eingesetzt sei sie ein geeignetes
Mittel, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. „Projektförderung kann schnell zu marktreifen Produkten
führen und hilft gerade aussichtsreichen Start-Up-Unternehmen oder neuen Technologien“, so Mertin.
Zur Optimierung der Projektförderung zählt nach SPECTARIS-Ansicht auch die stärkere Ausrichtung des bestehen-
den deutschen Steuersystems auf wettbewerbsfähige Bedingungen für Forschung und Innovation. Ebenso bedürfe es
mindestens einer effizienteren Abstimmung der Programme und Ressorts des Bundesministerien für Wirtschaft und
Technologie sowie der anderen zuständigen Ministerien. „Optimal wäre die Mittelvergabe aus einer Hand.“