Japanischer Forscher für Entwicklung keramischer Lasermaterialien ausgezeichnet
Der Otto-Schott-Forschungspreis wurde in diesem Jahr an den ja-panischen Wissenschaftler Dr. Akio
Ikesue (50, World Lab. Co., Ltd., Nagoya, Japan) vergeben. Die mittlerweile zehnte Verleihung des
mit 25.000 Euro dotierten Preises fand am 3. November 2008 im Rahmen einer zweitägigen Fachta-
gung bei der Schott AG in Mainz statt.
Schott Vorstandsmitglied und Kuratoriumsvorsitzender des Ernst-Abbe-Fonds, Dr. Hans-Jochim Konz nutzte
die Gelegenheit, eine Bilanz der letzten zwanzig Jahre seit Einrichtung des Otto-Schott-Forschungspreises zu
ziehen. Er betonte die große Bedeutung ei-ner engen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie:
„Innovationen entstehen nur durch den Austausch von Wissen und Erfahrungen“, so Konz.
Besonderes Highlight der Veranstaltung waren die Fach-Beiträge der früheren Preisträger. 11 der bislang 20
Empfänger des Otto-Schott-Forschungspreises waren aus aller Herren Länder angereist, um nach einer Kurz-
vorstellung ihrer auszeichneten Arbeiten über Veränderungen und Zukunftsperspektiven zu berichten und zu
diskutieren.
Im Rahmen der Veranstaltung verabschiedete Dr. Konz auch die beiden langjährigen Kuratoriumsmitglieder des
Ernst-Abbe-Fonds, Prof. Gerd Müller und Prof. Donald Uhlmann, aus dem Gremium: „Wir waren stets froh, auf
Ihre Erfahrung, ihr gutes Urteilsvermögen und auf ihren Sachverstand zurückgreifen zu können“, beschrieb er die
jahrelange gute Zusammenarbeit. SCHOTT habe aber bereits würdige Nachfolger gefunden: Ab nächstem Jahr
übernehmen Prof. Reinhard Conradt (D), ein früherer Preisträger des Otto-Schott-Forschungspreises, und Prof.
Carlo Pantano (USA) die Aufgaben im Kuratorium.
Der Otto-Schott-Forschungspreis wird verliehen für herausragende wissenschaftliche Leistungen in Grundlagen-
forschung und Technologieentwicklung in den Bereichen Spezialwerkstoffe, Bauteile und Systeme für die Anwen-
dungsfelder Optik und Elektronik, Solar-energie, Gesundheit und Wohnen.
Dr. Akio Ikesue erhielt die Auszeichnung 2008 für seine Pionierarbeit auf dem Gebiet optisch transparenter poly-
kristalliner Keramiken, mit der er das Forschungsfeld der polykristallinen Keramiklaser begründet hat.
Sein Name ist seit vielen Jahren untrennbar mit der Herstellung neuartiger keramischer Lasermaterialien verbun-
den. Er erzeugte damit bereits 1995 Laserleistungen, die denen von Einkristallen nahe kamen. Dies löste intensive
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten aus, die neue keramische Techniken und ein breites Anwendungsspek-
trum der mit diesem fortgeschrittenen Verfahren produzierten Materialien hervorbrachten.
Die Ergebnisse von Dr. Ikesue’s Arbeit wurden in renommiertesten Fachzeitschriften veröffentlicht und fanden breite
Anerkennung und Anwendung in vielen Labors weltweit. Der japanische Wissenschaftler ist nun regelmäßig Gast-
dozent auf den angesehensten Kongressen über Laser, Materialien oder Keramiken. Vor kurzem wurde er von der
US-Regierung als erster asiatischer Projektleiter für die Entwicklung keramischer Materialien zur Erzeugung von
Laserleistungen der Megawatt-Klasse ausgewählt.
Akio Ikesue nennt heute 15 Patente sein Eigen. Er gründete seine eigene Firma World Lab.Co. Ltd. in Nagoya, ist
„Invited Professor“ an der Pariser Université Pierre et Marie Curie.
Der Otto-Schott-Forschungspreis wird im jährlichen Wechsel mit dem Carl-Zeiss-Forschungspreis zur Auszeichnung
hervorragender wissenschaftlicher Leistung und zur motivierenden Förderung der Zusammenarbeit zwischen Wissen-
schaft und Industrie verliehen. Beide Forschungspreise verwaltet der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft
und schreibt sie international aus, was dem Wirkungskreis der Konzerne SCHOTT AG und CARL ZEISS AG ent-
spricht. Zu den bisherigen Preisträgern zählen daher neben Physikern und Chemikern aus Deutschland auch Wissen-
schaftler aus verschiedenen europäischen Ländern, den USA, Russland, Japan und China.